März
8

So wie es aussieht, wird in Brüssel derzeit ein “Three-Strikes” für ganz Europa geplant (Hervorhebung von mir):

Am Dienstag werden Europas Abgeordnete in Straßburg ihrem Ärger darüber Luft machen, dass derzeit 38 Regierungen über ein internationales Abkommen zum Schutz vor Produktpiraterie verhandeln, aber den Inhalt der Gespräche geheim halten. Immerhin sei mittlerweile durchgesickert, dass bei den vertraulichen Regierungsgesprächen über Sperren für Internet-Nutzer nachgedacht werde, sobald sie drei Mal beim illegalen Herunterladen erwischt worden sind, berichten EU-Parlamentarier wie der Liberale Alexander Alvaro. Anlass zur Sorge gebe es zudem, weil wieder einmal debattiert werde, inwieweit die Anbieter des Internet-Anschlusses zur Haftung herangezogen werden können, wenn sich Surfer raubkopierte Filme oder Lieder besorgen.

Daher nochmal der Aufruf, dass die Jungen Piraten eine Petition zum Stopp der Verhandlungen und offenlegung der bisherigen Verhandlungen gestartet haben. Mitzeichnen!

UPDATE: Wie ich gerade sehe, hat die “Digitale Linke” bereits ein 44seitenlangen Leak der Verhandlungen veröffentlicht.

März
7

Auch im Abmahnwesen gibt es mal wieder was neues: Neuerdings mahnt die katholische Kirche Blogger ab, die über Missbrauch schreiben. In dem Fall angeblich, weil ein im Handelsblatt stehendes Zitat nicht der Wahrheit entspreche – beim Handesblatt ist jedoch nie eine Abmahnung oder sonstige Beschwerde der Kirche zu dem Artikel eingegangen.

Zapf wertet die Missbrauchsmöglichkeiten, wie sie das deutsche Abmahnrecht und der Fliegende Gerichtsstand bieten, als “Gift für die Redefreiheit” und gibt zu bedenken, dass die Botschaft, die mit solchen Abmahnungen und Einstweiligen Verfügungen ausgesandt wird, unmissverständlich lautet, dass man kritische Inhalte ausschließlich anonym von im Ausland gehosteten und via TOR gewarteten Websites veröffentlichen könne.

Naja – also der WayneBlog bleibt erstmal in Deutschland und wird nicht weniger kritische Themen behandeln. Wer sich ein wenig mit In- und Auslandhosting beschäftigt wird feststellen, dass wir in Deutschland dann doch einige Gesetze haben, die das Bloggen hier einfacher machen. Auslandshosting lohnt sich nur, wenn die Betreiberfirma sämtliche Abmahn-Eingangspost getrost in die Mülltonne werfen kann. ;)

(via Nerdcore)

März
3

Ein interessanter Bericht in der Zeit:

[...] Die Auflage der Richter, die Daten von Ärzten, Psychologen, Seelsorgern, Politikern oder Richtern von der Vorratsdatenspeicherung auszunehmen, sei “derzeit schlichtweg nicht möglich”, sagte Rotert im Deutschlandradio Kultur. Dies könne mit Telefonnummern gemacht werden, allerdings nicht mit Daten im Internet. Die Internet-Adressen würden dynamisch vergeben, “das heißt, für jede Sitzung kriegen Sie unter Umständen eine andere Internet-Adresse”. Hier zu filtern, sei technisch nicht möglich, sagte Rotert.

Dem Verbandschef zufolge könnte diese Auflage das ganze Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zu Fall bringen. [...]

Hoffen wir es! Eine Vorratsdatenspeicherung 2.0 brauchen wir definitiv nicht.

März
1

Es gibt wieder neues von der Piratenpartei, gleich einiges auf einen Schlag:

Stefan “Aaron” Koenig hat (bereits letzte Woche?) in seinem Blog die Kommentarfunktion gänzlich deaktiviert. Angeblich, wie er schreibt, “da die Kommentare leider zum Teil so niveaulos waren, dass sie ein schlechtes Licht auf die Piratenpartei werfen“. Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber ich glaube, im Pressebüro sind die Telefone immer wegen den Blogpostings und nicht wegen den Blogkommentaren heiß gelaufen.

Auf dem Landesparteitag in Berlin am Wochenende hat eine Piratin eine Art Frauen-Netzwerk gegründet, damit mehr Gleichberechtigung in der Piratenpartei herrscht. Das hat eine rege Debatte sowohl auf dem LPT als auch im Netz gegeben und die Wikiseite wurde erst gelöscht, jetzt besteht sie wieder. Nichts gegen Frauen, aber demnach müsste die Bundessatzung (§1 Abs. 5) geändert werden und da bedarf es dann schon mehr als nur eine Gruppe. Zudem verstehe ich das Problem nicht, da ich nicht denke, dass Frauen in der Piratenpartei benachteiligt werden – wozu auch, letztendlich wollen doch ALLE Mitglieder/innen die Politik verbessern. Man lese sich auch mal so manchen Kommentar der “Gegner” durch – und darunter sind auch einige Frauen.

Nachdem die taz dann auch noch über die sogenannte “Gender-Debatte” berichtet hat, gab es mal wieder einen Mob an Piraten die der Meinung waren, die Zeitrafferin aka Julia Seeliger wäre Schuld an dem Artikel. Dumm nur, dass der von jemand anderem geschrieben wurde (wie man unter der Überschrift sieht).

Und dann gibt es da noch top100nrw: Während man sich bei der FDP mit Parteispenden Steuererleichterungen kaufen kann, kann man beim NRW-Landesverband der Piratenpartei mittels Parteispenden sich in den kommenden Wahlwerbespot kaufen. Um genauzusein: Die 100 höchsten Spender werden im Wahlwerbespot auf einem Laufband mit ihrem Twitter-Account genannt. Ein absolutes MUSS für… Ja für wen eigentlich? Die ganzen alten Tagesschau-Gucker, die ohnehin kein Internet haben und mit dem Wahlwerbespot vermutlich zum ersten Mal von der Piratenpartei hören und denen es vollkommen egal ist, was auf dem Laufband steht?

Wahnsinn, was da mal wieder alles passiert.

Februar
27

“Fritzmann” ist ein böses Wort, wenn man es im Gulli schreibt. :D

gulli-geloescht

Keine zwei Stunden später war der Beitrag gelöscht, schließlich darf doch kein Gulli-User über den Chef lästern. Lustiger Weise haben auch andere schon den Vorschlag mit dem ins Interne verschieben gebracht und wiederum anderen ist auch schon aufgefallen, dass mal wieder gelöscht wird:

gulli-geloescht2

An Gulli hat sich also nichts geändert: Kritische Stimmen über Fritzmann’s Gebahren mit Firstload und anderen Abzockegeschäften sind weiterhin Grund genug, einen Beitrag zu löschen. Melden sich dann mehrere zu Wort, hagelt es die übliche Board-Urlaub-Drohung.

Im Übrigen war mein Hinweis mit dem Verschieben in den internen Bereich durchaus ernst gemeint, das kann man bei vBulletin wunderbar machen, ohne dass die Beiträge verloren gehen. Scheinbar haben sich in der “Boardcrew” aber ein paar Wikipedia-Löschadmins verirrt, die lieber direkt alles löschen.

Solche Aktionen sind es, die Froodos Meinung, dass den Admins die Fähigkeit fehlt, eine Community wie Gulli zu leiten, durchaus untermauern. Kritik sollte man ernst nehmen, auch wenn sie negativ ist und gegen die eigenen Leute geht. Und man sollte aus der Kritik lernen – nicht einfach die Kritiker versuchen totzuschweigen, das funktioniert im Internet bekanntlich nicht.

Dennoch kann ich euch voraussagen: Auch in Zukunft werden Threads, deren “Sachlage geprüft” wird, gelöscht anstatt temporär in den internen Bereich verschoben. Schließlich sind wir die Boardcrew, da hören wir doch nicht auf ein paar billige User!!11einself

P.S.: Achja und ich hab noch was zu dem Gulli-Geburtstags-DDoS, aber das kommt später. Auch da war keine “Transparenz” der “Boardcrew” zu erkennen, da ein ganzer Abschnitt und die Details über die Größe des Angriffs nicht in der Ankündigung sind und somit nicht der komplette SysAdmin-Bericht veröffentlicht wurde. Gulli-”Transparenz” halt. ;)